Wo die Wagen und Requisiten wohnen: Eine kurze, etwas trockene Tour durchs Basler Fasnachtsdorf

Während es bei den Requisiten der Stammvereine eher «deetelet» und düster ist, sorgen die Wagen beim Hauptbau der Kaserne für Heiterkeit anlässlich aufwendig konstruierter Bauten. Schade, dass der Aufenthalt ohne Gastronomie kurz ausfällt.

Andreas Schwald

Das Basler Fasnachtsdorf mutet ein wenig an wie das gallische Dorf in Asterix und Obelix. Man vergnügt sich, von Palisaden oder eben Mauern umgeben, unter sich, ist fröhlich ausgelassen und lebt meist in den Tag hinein. Etwa so wirkt es in der Wagen- und Requisitenausstellung auf dem Kasernenareal.

Die Ausstellung ist ein noch relativ junges Kind der Basler Fasnacht und hat sich ganz eigenständig entwickelt. Zig Fahrzeuge stehen hier aufgereiht und präsentieren die Sujets der Wagen, die man am Cortège vom Montag und Mittwoch jeweils nur im Vorbeifahren anschauen kann – und das meist nur von einer Seite. Hier kann man die Gefährte komplett bewundern. Wie etwa die Tinder-Prinzessin der Schnäderänte, für die eigens auch eine wunderschöne Kutsche gezimmert wurde. Handwerkskunst vom Feinsten.

Ebenso beeindruckend das nachgebaute Museum Tinguely inklusive einer tinguelyesken Skulptur vornedran. Daran zeigte sich, dass die altehrwürdige Herremättli-Clique nicht nur geschickt bauen, sondern auch präzise modellieren kann. Ein Wahnsinnsgefährt.           

Der Mangel an breiter Gastronomie ist dem Erlebnis abträglich

 Der Eindruck des gallischen Dorfes bestätigt sich jedoch hie und da erneut. War vergangene Fasnacht viel Scheiaweia angesagt, nahm man es rund um die Wagen und Requisiten dieses Jahr eher gemütlich. Vielleicht lag es an der frühlingshaften März-Wärme, die am späteren Nachmittag in Regen umschlug. Jedenfalls blieb man hier weitgehend unter sich. 

Einen etwas traurigen Beitrag leistete die ansässige Gastronomie ans Spektakel – oder eben nicht. Die Beiz im Kopfbau der Kaserne hat diese Fasnacht geschlossen, offenbar lohnt sich die Bewirtung nicht. Vergangene Fasnacht war sie noch offen. Zwar gab es ausreichend Bier und weitere Getränke an den Wagen, allerdings nicht für die Öffentlichkeit. Das jeweilige Angebot war nur für Angehörige und Passive der Wagen vorgesehen. So blitzte an mehreren Standorten ab, wer nicht dazugehörte. 

Verständlich, aber bedauernswert. Nicht wegen der Gruppen – Intimität und Familienatmosphäre sei ihnen gegönnt –, sondern wegen der eigentlichen Verweildauer. Entsprechend ergab sich 2025 der Eindruck, dass die Gruppierungen eher unter sich bleiben möchten und die Ständeli der Guggen vor allem zur Szene gehören. Obwohl auch Zaungäste durchspazierten, blieb dieses Jahr das Bild, dass es sich eher um ein gallisches Dorf als um ein offenes Fasnachtsdorf handelte.

Der Gegensatz zum Münsterplatz bleibt jedoch erfrischend, weil die Laternenausstellung seit Jahren tagsüber, aber auch nachts förmlich mit Gästen überläuft. So sei es derzeit den Fasnachtskonstrukten und ihren Betreibern bei der Kaserne gegönnt, dass sie in Ruhe ihren ganz eigenen Hauch von Fasnacht atmen können